Hallo,
freut mich dass das Thema so rege diskutiert wird, es sind einig interessante Anregungen dabei.
Leider ist es mir aus Zeitgründen nicht vergönnt ständig im Forum mitzuschreiben, daher muss ich ein bisschen ausholen.
Zu den etwas haarsträubenden aussagen von
TantchensOnkelchen hat geschrieben:
Ergänzend möchte ich hierzu mal beitragen:
Ich habe vor geraumer Zeit die Gelegenheit genutzt einen Fledermausspezialisten im Rahmen einer "Fledermausführung" dazu zu befragen.
Seine Aussagen:
- Die Reserven der Fledermäuse reichen für etwa 3-4 Kaltstarts in der Winterpause aus. Darüber hinaus wird es kritisch für die Tiere.
- So ein Kaltstart dauert ca. 20 Minuten.
- Zu solch einem Kaltstart führen sehr laute Geräusche (also Lärm) sowie Berührungen.
Die Körperwärme oder Rascheln der Jacken, normale Gesprächslautstärke reichen hierzu nicht aus. Für Fremd erzeugten Ultraschall interessieren sich die Tiere nicht.
Konkret wurde ausgedrückt:
Wenn man normal in eine Höhle geht, dann feststellt, dass sich Fledermäuse darin befinden und sich dann wieder zurückzieht hat man noch nichts falsch gemacht und die Tiere nicht beeinflusst.
Wenn man von vornherein weiss, dass sich in einer Höhle Fledermäuse befinden, ist es natürlich ratsam, diese Höhle zu meiden.
Es ist allerdings nicht notwendig, jedes kleine Loch zu meiden oder gar um jeden Höhleneingang einen großen Bogen zu machen.
Solange man sich im hellen Eingansbereich der Höhle befindet ist es unkritisch.
Viele Grüße
Onkelchen
Bitte nenne mir deine Quellen. Ich denke bei diesem "Fledermausspezialisten" wäre mal wieder ne Nachschulung nötig.
Die ersten beiden Punkte stimmen. Je nach Futterangebot im Herbst haben die Tiere mehr oder weniger Energie zur Verfügung. 20min kommt hin.
Aber...
Es würde mich sehr interessieren wie derjenige es erklärt, dass Fledermäuse selbst bei den leider unumgänglichen Zählungen im Winter aufwachen. Die Experten die diese Zählungen machen sind bestens geschult, verhalten sich extrem leise und berühren ganz sicher keine Winterschlafende Fledermaus. Obwohl diese Experten die Besuche in der Höhle möglichst kurz halten und die Fledermäuse nur ganz kurz anleuchten um die Art zu bestimmen, ist es jedem schon passiert das die Tiere aufwachen.
Es ist besser jedes kleine Loch zu meiden, denn nur mit geschultem Blick ist man in der Lage versteckte Fledermäuse zu sehen. Laut meiner Erfahrung können Höhlenbesucher 10cm an einer Fledermaus vorbei laufen ohne diese zu bemerken.
Die verschiedenen Fledermausarten haben ganz unterschiedliche Vorlieben ihrer Winterquartiere, manche hängen fast ausnahmslos im Eingangsbereich von Höhlen.
Nächster Beitrag:Pullermann hat geschrieben:
Fledermausschutz ist richtig und wichtig! Aber momentan wird jeder Erdlochcache, und sei das Loch noch so klein, in vorauseilendem Gehorsam dicht gemacht

Und wenn der Owner den Cache nicht deaktiviert, dann wird er garantiert von Besserwissern angeschnauzt, er solle es wegen des Tierschutzes gefälligst machen
Da arbeiten wir gerade dran, dass das nicht passiert
Pullermann hat geschrieben:
Man kann/sollte sich als Owner eines Höhlencaches durchaus kundig machen, ob in der fraglichen Höhle Fledermäuse überwintern, oder andere relevante Dinge zu beachten sind. Das gleiche gilt natürlich auch für die Suchenden.
Wenn die Behörde der Ansicht ist, dass ein besonderer Schutz geboten ist, werden im Übrigen die Zugangsmöglichkeiten eingeschränkt, mindestens aber ein Zutrittsverbot für die Zeit ausgesprochen. Ein entsprechendes Schild kann jeder lesen.
Bei Löchern die behördlich nicht bekannt sind, uns Cachern aber nahe gebracht werden, reicht es in der Regel, wenn die Besucher ihr Hirn einschalten!
Ich denke übrigens, das es unter den Cachern mehr vernünftige und naturschutzverbundene Leute gibt, als bei Jugendlichen, die die Höhlen für andere Spielchen nutzen. Die achten bestimmt weniger auf Fledermäuse beim
Nicht ganz richtig. Laut Naturschutzgesetz ist jedes Fledermausquartier geschützt. Ob bekannt oder nicht!
Pullermann hat geschrieben:
Am Rande; in wasserführenden Höhlen trifft man keine überwinternden Fledermäuse an. Das Betreten dort ist also nicht problematisch. Im Gegenteil, es ist sogar ratsam, solche Höhlen im Winter zu befahren! Wenn es knackig kalt ist, hat´s in der Höhle nämlich weniger Wasser.
Das nun die Caches in solchen Höhlen dicht gemacht werden, kann ich nicht nachvollziehen.
wer behauptet den so was? Aus welchem Grund sollten in Wasserhöhlen keine Fledermäuse sein?
Pullermann hat geschrieben:
Davon mal abgesehen gibt es die Problematik nicht nur bei Höhlen. Auch in stillgelegten Eisenbahntunneln, LP-Kellergewöben, etc. könnten die Tiere überwintern. Komisch das dort die Regel des temporären Deaktivierens nicht gilt...
Natürlich gilt das auch für alle anderen Fledermausquartiere
Pullermann hat geschrieben:
Und zum Schluss, bei uns leben seit 10 Jahren Fledermäuse unter´m Giebel. Jetzt haben sie sich dorthin zum Winterschlaf zurückgezogen, und kommen im Frühjahr wieder aus den Löchern. Uns ist es aber noch nie eingefallen, für den Winter in ein Hotel zu ziehen....
In dem Fall wüsste ich gerne wo du wohnst (bitte per PN), sofern es nicht irgendwo am Mittelmeer ist. Ein Überwinterungsquartier im Giebel eines Hauses wäre die absolute Sensation. Einzigartig in Deutschland.
Ne, ernsthaft! Überwinterungsquartiere an Häusern sind wegen der stark schwankenden Temperaturen laut Theorie nicht möglich. Zumindest gibt es in unseren Breitengraden keinen Nachweis eines solchen.
Allen anderen die ihre Caches disabled haben
vielen Dank im Namen der Fledermäuse!
Eine Sache hätte ich noch -
da der Aufruf an euch doch recht gut klappt, würde ich dies gerne an entsprechender Stelle lobend erwähnen. Hierfür wäre eine Statistik natürlich ein super Nachweis. Könnt ihr mir relevante Caches die disabled sind melden? Natürlich auch die die nicht disabled sind. Meine Erfahrung, wenn ich die Owner anschreibe ist bisher zu 100% positiv. Die Zahlen werde ich natürlich auch hier veröffentlichen.