J'N'R hat geschrieben:
tosa hat geschrieben:
Klettertechnik verändern
andere Materialien einsetzen
Risiko ist nicht alles...
cu Tom
Die Wirkung des Klemminotenseils (hier Prusik) basiert auf Reibungskraft. Dort, wo Reibung entsteht, entsteht auch zwangsläufig Hitze und somit u.U. Glasierung durch Schmelzwärme.
Das ist schon rein von der Logik her vollkommen normal und einzukalkulieren.
Was das mit falscher "Klettertechnik" oder gar in kauf genommenen Risiko zu tun hat, erschließt sich mir leider nicht.
Der Prusik unterliegt einer starken und im Falle von Auf- / Abstieg mittels KS hocherhitzten Belastung. Daher sollte dieser stets kontrolliert und ggF gewechselt werden. Mehr nicht.
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Als erfahrener Kletterer kannst Du damit ja auch eventuell umgehen. Das kann aber evtl. nicht jeder Leser hier. Wo Reibung entsteht, entsteht auch Hitze - das ist Physik Klasse 5. Danke für den Hinweis.
Die Reibung der beiden Seile wird durch Hitze abgebaut. Die Hitze wird im Material weitergeleitet. Dies betrifft vor allem das Klemmknotenseil, denn das Hauptseil wird an einer Stelle nur kurz belastet. Sollten Verglasungen entstehen, war die Hitzeableitung nicht mehr gegeben und das Material (hier Klemmknotenseil) wird in seinem Aufbau verändert. Es ändern sich damit die physikalischen Eigenschaften. Diese betrifft natürlich zuerst den Mantel, der eine Schutzfunktion innehat. Ist der Mantel verglast aber der Kern noch intakt, wird das Seil auch noch halten. Trotzdem kann bei geschmolzenem Mantel sehr schnell der Kern angegriffen werden. Dies sollte durch eine richtige Materialwahl und/oder Klettertechnik verhindert werden. Da diese Vorgänge ja unsichtbar innerhalb des Knotens ablaufen, muss man sich auf die Technik verlassen können. Wann ein Knoten wie stark verglast ist reine Spekulation. Erst nach Ausbau des Knotens kann man die Beschädigungen erkennen. Leider sind durch Verglasungen schon einige Unfälle bekannt geworden.
Zu Info: Für schnelles Abseilen wurden entsprechende hintzebeständigere Seile entwickelt, die weitaus höhere Temperaturen vertragen, als normale Klemmknotenseile. Bei schnellen Abseilgeschwindigkeiten kann hier sogar das Hauptseil beschädigt werden (siehe auch Untersuchungen der Firma Dreyer zu Liros-Klemmknotenseilen).
Ansonsten steht im Raum, die Geschwindigkeit und/oder Knoten so zu gestalten, dass ein Verglasen möglichst vermieden wird. Alternativ stehen Aluminiumgeräte zur Verfügung. Hier muss man nur darauf achten, dass bei Stillstand eines sehr stark erhitzten Gerätes das Hauptseil beschädigt werden kann.
Es gibt viele professionelle Baumkletterer, die ihre Klemmknotenseile bis zu einem gewissen Grad verglasen lassen. Diese Leute arbeiten ständig mit ihrem Material und haben entsprechende Erfahrungen.
Im Gegensatz dazu lesen in diesem Forum viele Beginner diese Beiträge. Ein Anfänger in der SKT kann die Verglasungestufen eines Klemmknotenseils evtl. nicht unterscheiden und begibt sich in gefährliche Situationen.
Als Initiator dieses Freds wollte ich darauf hinweisen.
cu Tom