SPonGER hat geschrieben:
Rupa hat geschrieben:
Diejenigen, die hier explizite Rechtssicherheit wollen, verderben den Geocachern den Spaß und machen das Hobby kaputt.
Also macht Geocaching nur Spaß, wenn Vorschriften übertreten werden?
Da hab ich nochmal lange drüber nachgedacht und bin zu dem Schluß gekommen, hier mal ganz frech zu sagen: Ja! Es macht nicht Spaß,
weil Vorschriften übertreten werden, aber es macht nur deshalb Spaß, weil es möglich ist, bestimmte Dinge zu tun, die eingentlich verboten sind, aber niemanden stören und auch nicht geahndet werden.
Geocaching bezieht einen großen Teil seines Reizes daraus, daß es sich im Verborgenen im Öffentlichen Raum abspielt. Dabei werden von Versteckerseite fast immer irgendwelche Vorschriften übertreten.
Ein einfaches Beispiel: es gibt seeehr viele Multis, bei denen irgendwo hinten an einem Verkehrsschild ein kleines Dymo-Klebchen angebracht wurde. Schadet das jemandem? Nein. Stört das jemanden? Erstmal nicht, und nach 11-jähriger Praxiserfahrung kann man wohl auch sagen, daß es nichtmal die für die Schilder Verantwortlichen stört.
Nun schreib doch mal eine E-Mail an "Strassen.NRW", ob es erlaubt ist, einen Aufkleber an einem Verkehrsschild anzubringen. Wie wird die Antwort wohl aussehen? Ja, machen sie ruhig? Oder doch eher: es ist generell verboten, Verkehrsschilder zu bekleben? Dann begib Dich anschließend zur nächsten Polizeidienststelle und erstatte Anzeige gegen XY, weil er einen 3x1cm großen Aufkleber mit ein paar Zahlen hinten auf ein Schild geklebt hat. Wie wird hier wohl die Reaktion ausfallen? Ungläubiges Staunen und Tür zeigen? Oder: vielen Dank für Ihre Anzeige, wir werden sofort die Staatsanwaltschaft informieren und ein Ermittlungsverfahren einleiten? Man kann hier wohl davon ausgehen, daß es trotz Verbot solange geduldet wird, wie es niemanden stört oder beeinträchtigt.
(Solche Duldungen an und für sich verbotener Handlungen gibt es übrigens auch hoch offiziell, z.B. beim Besitz illegaler Drogen. Nur mal ganz nebenbei.)Dieses Beispiel läßt sich wohl so oder so ähnlich auf alle Caches im öffentlichen Raum übertragen.
Nun stellen wir uns mal vor, irgendein Schlaumeier fragt nun bei allen möglichen Behörden und Stellen an und bekommt überall eine abschlägige Antwort. Seine gesammelten Erkenntnisse dokumentiert er gegenüber Groundspeak, die sich nun gezwungen sehen, alle betroffenen Caches zu archivieren. Was bleibt dann noch? Filmdosen, die mit Einverständnis des Pfarrers hinter Kirchenfallrohren klemmen, und die paar Büchsen, die tatsächlich mit Genehmigung des Eigentümers auf Privatgrund liegen.
Macht Geocaching dann noch Spaß? Mir jedenfalls nicht!