Letztes Jahr habe ich den Endura mehrfach erwähnt, dann habe ich mir einen gekauft, dann wartete ich laaaange auf Softwareupdates, da das Gerät nervige Macken hatte (und teilweise noch hat).
Dann hab ich den Endura (einen Safari) verkauft und verkündet das es ein prima Gerät sei, aber man besser für eine Weile Abstand vom Kauf nehmen sollte. Ich schrieb also, das man so etwa ab Herbst diesen Jahres einen Endura wieder in die engere Wahl nehmen könnte.
Kaum war der Endura Safari weg, fragte eine Agentur nach meiner Postanschrift und ein Endura Sierra wurde mir geliefert.
Es gibt inoffiziell bereits eine neue Topo-Karte für Deutschland und auch schon für Österreich und die wird aufgrund der langen Lieferwege (Produktion in Mexiko) etwas verspätet dann auch in Deutschland verfügbar werden.
Warum ich also den Endura nun lobe, habe ich damit erklärt. Die neue Karte ist auch ein Blickfang, aber die erste Topo sah so grauslich auch, das man es kaum schlechter treffen konnte. Egal ob alte oder neue Karte, Käufer der alten Ausgabe erhalten ein Update.
Was mir völlig ab geht, ist der Nutzen des Endura als PDA mit zusätzlich installierter Software.
Das geht und die meisten Käufer in Deutschland (der Trick hat sich weltweit nicht so verbreitet) verwenden ihren Endura auf diese Weise.
Kompass und Barometer kann nur die Endura-Software nutzen. Die ist seit dem Update 1.4 nun auch von etlichen Fehlern befreit.
Die Geocache-Verwaltung läuft nun auch besser als vorher. Da man aber vor allem auch den Teil der Software die für die Darstellung und Verarbeitung von Kartendaten zuständig ist, überarbeitet hat, fehlen immer noch einige Funktionen.
Wegpunktprojektion und Peilen soll mit Update 1.5 erscheinen. Das ist für Sommer vorangekündigt. Schätzungsweise Ende July wird es werden. Update 1.4 hat sich allerdings deutlich verspätet, daher kann man für Update 1.5 nur auf mehr Pünktlichkeit hoffen. Dann wird auch ein manuell eingegebener Wegpunkt bis zum letzten Meter angesteuert und nicht 10m vorher die Navigation beendet.
Ein Verhalten das man leider nicht mehr in Update 1.4 behoben hat, an das man sich aber zumindest übergangsweise als Geocacher gewöhnen kann. Wenn man es vorher weiss, das 10m vorher das Gerät die Navigation beendet, kann man sich drauf einstellen und kurz vorher nochmal die Richtung anpeilen. Dann findet man den Cache ja trotzdem noch.
Wenn dann Update 1.5 erschienen ist, wird der Endura in etwa das können, was viele andere Modelle anderer Hersteller auch schon bieten. Der Endura bringt nur eben noch die Fähigkeit mit, (inoffiziell) eigene Software nutzen zu können, ist fähig zu Sprachansagen (mit der Turn-by-Turn oder mit MagicMaps Scout) und das Gerät selbst ist recht hochwertig verarbeitet und gut zu bedienen.
Zur Zeit werden die Enduras zu einem vergünstigten Preis angeboten.
Den Endura Out&Back bekommt man nach wie vor für 200-220 Euro, aber den Safari und den Sierra bekommt man zur Zeit schon für 300 und 400 Euro.
Wer die gute (neue) Topo-Karte von Deutschland sowieso kaufen möchte, greift gleich zum Sierra, denn diesem liegt in Deutschland die Topo-Karte bei. In ein paar Wochen kann man sie dann beim Händler umtauschen gegen die neue Version.
Wer sich heute für einen Lowrance Endura entscheidet, muss Kompromisse eingehen. Dafür erhält man mit dem Sierra für knapp 400 Euro ein derzeit sehr preiswertes Angebot für ein Outdoor-GPS mit allen Schikanen und einer Deutschlandkarte.
Zusätzlich bietet der Sierra das gesamte Straßennetz für West- und Osteuropa und gestattet sogar die Suche nach Adressen in ganz Europa. Nur Autorouting geht erst, wenn man die Turn-by-Turn Europakarte nachträglich kauft.
Ein Dakota 20 zusammen mit der neuen Topo Deutschland Karte würde derzeit knapp 420 Euro kosten. Wegen der Straßenkarte des Endura Sierra liesse sich dieser allerdings besser mit dem Oregon 450t vergleichen, der mit Topo Deutschland Karte 550 Euro kosten würde und dann trotzdem nicht nach Adressen suchen kann.
Dafür ist der Oregon oder eines der anderen Geräte von Garmin zur Zeit für Geocacher eine gute Wahl.
Die Filterfunktion für Geocaches lernen die Garmins gerade, die Enduras können das nun schon von Beginn an.
Verglichen mit dem Oregon hat man beim Endura aber einen noch einfacher einzurichtenden Kompass, der Empfang ist seit dem letzten Update bei Garmin nun etwa gleichwertig. Vorher war der Endura empfindlicher.
Den genaueren Track zeichnet der Endura auf, die Garmins neigen hier etwas mehr zu nervösen Kurven (sieht aus wie ein Zickzack). Das ist derzeit der Preis für einen besonders empfindlichen Empfänger, er wird störanfälliger.
So, lange Einleitung war das aber Deine Fragen muss ich noch beantworten.
GSAK brauchst Du nicht, im Gegenteil, die GPX-Dateien aus GSAK können in manchen Fällen sogar zu Fehlern führen. Besser also ohne.
Die Länge der Beschreibung ist bei Garmin auf 8.000 Zeichen begrenzt, bei Lowrance ist mir keine Begrenzung bekannt. Mehr als 12.000 Zeichen habe ich aber auch noch nicht ausprobiert. Das entspricht aber bereits schon mehr als drei DIN A4 Seiten Text. Mir ist jetzt kein solches Textmonster bekannt. Es sollte aber grundsätzlich kein Problem mit der Länge geben.
Bei Garmin ist die Begrenzung ein Tribut an die schmale Speicherausstattung, die gekürzten Texte verlangsamen das Gerät nicht spürbar.
Da solch lange Texte auf den kleinen Bildschirmen nur mühsam zu lesen sind, sollten sich eher die Cache-Owner zu kürzeren Beschreibungen bewegen lassen.
Bilder in der Beschreibung sind (noch) nicht möglich. Lowrance will noch viele neue Funktionen bis zum Ende des Jahres nachreichen und die Einbindung von Bildern zählt dazu. Gut möglich also, das dies irgendwann im Winter noch kommt.
Allerdings hat jeder Endura einen Bildbetrachter der auch Dateinamen anzeigt und eine Dateisuche bietet.
Man kann also problemlos das passende Bild unter Hunderten auf dem Gerät finden und anzeigen lassen.
Zur Zeit ist der Sierra günstig und brauchbar, in Jubel mag ich allerdings erst ausbrechen, wenn er Wegpunktprojektion kann. Also irgendwann im Spätsommer.
Lowrance bzw. die Konzernmutter Navico ist einer der größten Produzenten für Navigationslösungen und Marktführer bei Marinenavigation. Abgesehen von den Vorgängermodellen der iFinder-Serie sind die Endura-Geräte die einzigen Outdoor-Modelle bei Lowrance.
Dem Hersteller ist es daran gelegen, das auch der Endura erfolgreich und über längere Zeit verkauft werden kann.
Ein gewisses Maß an Vertrauen kann man also als Käufer riskieren.
Nur bislang geht doch viel Zeit ins Land, bis es wirklich der Knaller wird, den man bereits im letzten Jahr erhofft hat.
Wenigstens geht der früher in meinen Augen viel zu hohe Preis in Deutschland nun endlich ins Erträgliche.
Ein Konkurrent für Garmin darf nunmal nicht 30% teurer sein, wenn er auch noch mit Startschwierigkeiten zu kämpfen hat.
Schon jetzt kann man aber sagen, das Lowrance mit dem Endura in Deutschland Magellan den Rang ablaufen wird.
Deren Neuerscheinung (der große Bruder des eXplorist GC) im Sommer dieses Jahres wird es deutlich schwerer haben.
Hoffe geholfen zu haben.
