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Hallo Leute, wie schon erwähnt habe ich mich gestern mit dem Jagdaufseher aus Hattersheim getroffen. Ich war mit GeoFröschl da und er hatte sich Unterstützung von einem ortsansässigem Landwirt gesucht. Wir wurden sehr nett empfangen und kamen auch gleich gut ins Gespräch. Beide waren sehr offen was unser Hobby angeht. Man versteht unser Anliegen und akzeptiert das Cachen generell als Beschäftigung mit hohem Freizeitwert und oft auch pädagogisch sinnvollem Hintergrund. Gerade wenn es darum geht, dass der Familienvater seine Kids mal vom PC weg bekommt und ihnen schöne Stellen in der Natur zeigt. Der Mensch breitet sich immer mehr aus und die Natur wird immer weiter zurück gedrängt. Gerade in Ballungsgebieten führt dies zu Spannungen und Interessenskonflikten. Denn jeder will "seinen" Teil der Natur für sich haben. Prinzipiell ja OK, aber "unser" Teil der Natur liegt eigentlich immer auf Privatbesitz auf dem wir bestenfalls ein Begehungsrecht haben oder gar nur "geduldet" sind. Und geduldet heißt "auf Wegen laufen" aber nicht durch stundenlanges suchen nach einer Dose, eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 100 m² in kürzester Zeit in platt getrampeltes Gelände zu verwandeln. Ein Problem, das in Zukunft ja nicht kleiner wird, ist dass das Geocachen nicht mehr ein Hobby von ein paar einzelnen technikverliebten, abenteuersuchenden Großstadtjungs ist, sondern immer mehr zum Breitensport mutiert. Wo es früher ein einzelner Cache in einem riesigen Waldgebiet war, versucht man heute die 160m regel zu beugen um mit Gewalt noch einen Micro mehr in eine ohnehin schon überfüllte Gegend zu packen. Dass das auf Dauer nicht gut geht, ist wohl absehbar. Denn Geocacher sind ja nur ein Teil derjenigen mit denen sich der Jagdaufseher von heute so rumärgern muss. MTB-Fahrer, Jogger, Reiter und Hundebesitzer erzeugen da ähnliche, wenn auch anders geartete Probleme. Das größte Problem in der Gemarkung Hattersheim ist wohl, dass man mit viel Kosten und Mühen Rückzugsgebiete für das Wild schafft, wo es seine Ruhe haben soll. Man legt Wildwiesen und Hecken an, die sich dann hinterher super als Cacheversteck nutzen lassen. Dumm nur, dass das Wild keine Lust auf Rudelcacher hat und statt dessen dann lieber auf der Straße rumläuft und sich überfahren lässt oder gar die nächstbeste landwirtschaftlich genutzte Fläche bevölkert und in Wohngebiete kommt. Klar ist, dass es für den handelsüblichen Cacher nicht unbedingt ersichtlich ist wie so ein Rückzugsgebiet aussieht. Denn er denkt ja auch die Hinweisschilder "Wildschutz. Betreten verboten" gelten nur für Andere. Wir stören ja niemand. Wir wollen ja nur spielen... Man kann den Suchern eines Caches weniger Vorwurf machen. Vielmehr sind es die, die den Cache legen. Sie legen oft Caches einfach um des Caches willen und machen sich oft wenig Gedanken um Hintergründe und Begleiterscheinungen von dem was sie tun. Wer macht sich schon Gedanken darum wenn er einen Micro in den Wald wirft, wie viele Leute kommen, welchen Weg sie nehmen und wo sie Überall rumlaufen und was sie dabei alles beschädigen. Oft ist der Cache selbst garnicht das Problem, sondern die jenigen die ihn nicht auf anhieb finden... Nur wenige machen sich darüber im Vorfeld ernsthaft Gedanken.
Ein schön gemachter Cache zieht zwangsläufig eine große Zahl Cacher an, die dann die Umgebung durch ihr zahlreiches auftreten in Mitleidenschaft ziehen. Spätestens wenn sich dann auch nur jeder 10te "daneben" benimmt wird es einfach zum Problem. Bei unserem Gespräch kam raus dass es wohl 3 Sorten Cacher geben muss: 1) Die, die sich Gedanken machen und auch auf begrenztem Raum schöne Verstecke finden die weder die Natur noch das Wild stören. 2) Andere, und ich denke das ist die Mehrheit, aus Unwissenheit ungünstig gelegene Stellen auswählen. Da hilft aufklären und Gespräche sicher weiter. 3) Und zum Schluss gibt es wohl immer welche, denen das alles einfach egal ist. Auf solche Leute trifft man ja heutzutage leider immer öfter. Jetzt so hinterher fällt mir auf, dass wir eigentlich viel über Wildschutz gesprochen haben und das der Interessenskonflikt zwischen Jägern und Cachern eigentlich nur mal am Rande erwähnt haben. Aber das Thema ist auch recht einfach. Da sitzt ein Jäger stundenlang und wartet bis sich die Umgebung beruhigt hat und sich das Wild wieder aus seinem Versteck traut. Und nach 4 Stunden sitzen bewegt sich endlich etwas im Gebüsch. Und was ist es? Klar, der Cacher, der die nächste Stage nicht findet... Somit kann der Jäger einpacken und heim gehen. Und da der auch noch ein kleines Vermögen dafür zahlt um dort jagen zu dürfen ist klar, dass wenn ihm das mehrmals hintereinander passiert, er auf Cacher nicht mehr so gut zu sprechen ist. Ich durfte mir "sehr viele" Fallbeispiele anhören, wo ich nur mit dem Kopf schütteln kann und wo ich denke: das muss doch ein einzelner Ausnahmefall gewesen sein. Aber bei der Menge an Ausnahmefällten kann ich den Unmut verstehen der dort mit der Zeit entsteht. Manchmal ist es auch nur eine unbedachte Wegführung, wo der Weg zwischen 2 Stages einfach über's Feld führt. Da würde ein Hinweis im Listing "Wege dürfen nicht verlassen werden" vielleicht schon weiter helfen. Man muss sich beim legen eines Caches auch Gedanken um die Wegführung machen und sollte vielleicht mit einer zusätzlichen Stage einen Hochsitz auch mal weiträumig umgehen. Wir müssen an vielen Ecken Kleinigkeiten verbessern und hoffen das durch viele Kleinigkeiten die Gesamtsituation nachhaltig verbessert wird. So vergingen 4 Stunden und ich musste immer wieder feststellen, dass wir uns eigentlich fast immer einig waren, denn viel unterschiedliche Standpunkte hatten wir eigentlich nicht. Denn mit allem was er gesagt hatte, hat er absolut recht und dass es am Cachen immer wieder einiges zu kritisieren gibt, ist uns ja auch allen bewusst. Wir sind so verblieben, dass ich Kontakt zu einem Reviewer herstelle. Wir wollen prüfen ob es Möglichkeiten gibt, gewisse Gebiete für das Cachen zu sperren. Denn es bringt nix einen Cache zu archivieren und morgen kommt der nächste, denn da ist ja plötzlich Platz frei geworden... Bei ein paar einzelnen Caches ist bereits Kontakt zum Owner aufgenommen. Da muss leider wohl der ein oder andere auch archiviert, oder wenigstens verlegt werden. Abschließend möchte ich mich noch einmal ganz recht herzlich für das tolle Gespräch bedanken. Es war ein sehr gutes Beispiel wie man mit gegenseitigem Respekt und Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer, ein gemeinsames miteinander erreichen kann und mit dem jeder zufrieden ist. Wenn alle "Auseinandersetzungen" so verlaufen würden, hätten wir keine Probleme mehr. PS: Besonders beeindruckt war ich von folgendem: bei einem Blick auf die Caches in der Übersichtskarte von GC.com waren den Beiden ALLE! Caches in der Gemarkung bestens bekannt. Er deutete mit dem Finger auf die Karte und sagte Sachen wie "ja, das ist der hinter der Hecke...", "der steckt in einer Steinwand...", "Achja, das ist doch der hinter dem Baumstumpf und der da in einem Vogelhäuschen..." und das alles OHNE Groundspeak Zugang. Also kommt von Illusion weg, unser Hobby bleibt unerkannt…
_________________ Orthographie und Interpunktion dieses Postings sind willkürlich und frei erfunden. Jegliche Übereinstimmungen mit geltenden Regeln sind zufällig und in keinster Weise beabsichtigt.
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