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Thema anzeigen - Hochsitzpowertrails & Kadaverentsorgung - warum eigentlich?


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BeitragVerfasst: Sa 1. Okt 2011, 10:56 
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Geowizard
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Registriert: Di 31. Mär 2009, 06:59
Beiträge: 2475
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Mir fällt bei meinen Märschen immer wieder eine für meine Begriffe geradezu absurd hohe Hochsitzdichte in manchen Gebieten auf und ich frage mich immer wieder, inwieweit das für einen Jagderfolg Sinn macht.

Dass nicht nur gefühlt buchstäblich jede Freifläche über Singlewohnungsgröße sofort mit einer jagdliche Einrichtung verziert wird, finde ich vielfach auch seltsam, wenn ich mir in solchen Fällen auch vorstellen kann, dass man einfach versucht, durch viele Kanzeln die Chancen zu erhöhen, weil sich ja dort mal ein Tier zeigen könnte.

Was mich aber echt wundert ist, dass ich in meiner Gegend zahllose Stellen kenne, wo gleich mehrere (viele) Hochsitzkabinen in meistens minimalem Abstand (im Beispiel zw. 3m und 150m, siehe Bilder) zueinander um eine Freifläche herum aufgebaut wurden, obwohl "taktisch gesehen" bei der hier vorliegenden Topografie für meine Begriffe eine einzige weise platzierte Kabine reichen sollte, um das gesamte Gebiet problemlos unter Sperrfeuer nehmen zu können. Ich habe mal für die Übersicht ein exemplarisches Gebiet aus meiner Umgebung gewählt, das aber absolut kein Einzelfall ist, denn solche Jagdgebiete gibt es hier massenhaft.

Bild Bild

Daher würde mich interessieren, warum man derart verschwenderische Hochsitzpowertrails baut. Die Dinger stehen ja näher zusammen, als unsere statistiktauglichsten Dosenserien liegen. Die Kabinen gibt es doch auch bestimmt nicht zum Dumpingpreis und den Aufbau tut man sich doch auch nicht aus Spaß an, vermute ich.
Sitzen denn häufig mehrere Jäger um die gleiche Freifläche herum an? Offen gesagt halte ich das laienhaft für den Jagderfolg für unsinnig. Da sollte man sich doch besser großräumig auf mehrere Gebiete im Revier verteilen, um die Chancen zu verbessern, oder? Mir sind die Waidmänner auch bislang nur als Einzelkämpfer, oder eben in kleiner Gruppe weit verteilt begegnet, von großangelegten Aktionen jetzt mal abgesehen.

Sehr oft wundert mich auch der Standort einiger Hochsitze, wo es in Richtung der "Schießscharten" keinerlei freies Schussfeld gibt, weil bereits wenige Meter weiter auf der anderen Wegseite dichter Wald steht.
Worauf schießt man an solchen Orten, wenn man nichts sieht und ist es erfolgsversprechend, dort einen Hochsitz zu errichten? Der Höhe der Bäume nach, gibt es den Wald vermutlich schon sehr viel länger als die jeweilige Kanzel.

Bild Worauf schießt man hier?

Vielleicht gibt ja tatsächlich in dem exemplarischen Gebiet die Hochsitzdichte und der daraus resultierende Erfolg dem Jäger Recht, denn einen wildlebenden Vierbeiner habe ich in der Gegend noch nie gesehen, obwohl ich dort oft und zu allen möglichen und unmöglichen Tageszeiten unterwegs bin.

Ein Zeichen, dass es dort doch Tiere geben muss, fand ich auf einer kleinen Lichtung, wo ein Hochsitz in bester Lage ermöglichte, aus ca. 40m Entfernung eine mit diversen Salzlecksteinen und einer Futterstelle versehenen kleine Freifläche zu bejagen.
Dort fand ich mehrere übereinander geworfene Rehkadaver, die offen herumlagen und einige für mich nicht identifizierbare Kadaver mehr hatte man, den aus dem kniehohen Hügel herausragenden Knochen nach, eher nachlässig in relativer Nähe unter etwas Erde und Biomasse verscharrt.
Erst dachte ich an einen Luderplatz, aber die sehen nach meiner Erfahrung eher anders und dezenter aus. So etwas sah ich in der Weise bislang noch nie.

Bild

Sucht denn ein Tier, das halbwegs bei Verstand ist, trotz Salz einen solchen Ort auf, an dem es ein Massengrab der Kollegen gibt?
Und ist diese Art der Kadaverentsorgung üblich?

Fragen über Fragen.
Kann mir jemand Auskunft geben?

Danke schon mal!

ratlos
argus1972

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Bekennender Genusscacher, DNF-, NM- und SBA-Logger
Outdoorspäße


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BeitragVerfasst: Sa 1. Okt 2011, 20:19 
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Geocacher

Registriert: So 28. Mär 2010, 21:08
Beiträge: 65
Hi Argus, hallo Alle!

Also ich kriege bei Deinem Bericht und den beigefügten Fotos ja wieder einen Hals wie 'ne Pute. Die Hochsitzdichte ist mit normalem Menschenverstand nicht erklärbar, weil es wirklich keinen großen Sinn macht, so viele Ansitze auf einen Fleck zu packen. Es kann aber sein, dass irgendwo in der Mitte eine Kirrung für Wildschweine gelegt wurde. Mais oder Obstabfälle oder so. Und mittels einer Art Timer kann der Jäger nachhalten, wann die Schweine immer dorthin kommen. Dieser Timer ist ein kleines grünes Ding, sieht von außen auf den ersten Blick aus wie eine Handgranate. Das Teil kann man aufschrauben, drin steckt hochinteressante Technik. Nämlich Elektronik mit einer Uhr und einer Art Bewegungsmelder. Wenn die Schweine wühlen, schubsen sie das Ding herum und der Jäger sieht "Aha, um 20.22 Uhr waren die Viecher hier!" Da Schweine auch nur Menschen sind und es auch unter ihnen einige Pünktlichkeitsfanatiker gibt, kommen sie die nächsten Tage immer um die gleiche Zeit - es gibt dort ja leckere Fressalien. Da ein Jäger allein aber nur ein Schwein umnieten kann (die anderen sind leider etwas unkumpelig und bleiben dann nicht dort stehen), stellen die grünen Männchen einfach mehrere Ansitze auf und los geht das Gemetzel. (Irgendwann haben sicher Politiker Mitleid mit den Grünröcken und geben die Jagd mittels Kalaschnikows frei, dann bin ich aber garantiert ausgewandert...).

So, dann das Foto mit den Kadavern.... Sowas wäre ja wieder was für mich, da hätte ich ruckzuck die Polizei informiert. Weil... Das Reh auf dem Foto sieht nicht aus wie ein Kitz. Und wenn ein Jäger so ein Tier wegwirft, dann wohl nur, weil es vom Auto erlegt wurde. Dann ist es nämlich meistens so voller Blutergüsse, dass es zum Verzehr nicht mehr taugt. Eigentlich müsste er es aber vergraben. Mir sieht das auch nach einer Kirrung für Wildschweine aus, rechts weiter hinten scheint nämlich ein Bierfass oder so was zu sein. Da hinein werden Löcher gebohrt, dann wird das Ding mit Mais gefüllt und die Schweine haben was zu tun, um an den Mais zu kommen. Schweine sind aber bekanntlich Allesfresser und angegammeltes Aas hat auch seinen Reiz – solche Kirrungen wie diese hier sind jedoch verboten und der Jäger, der so einen Müll im Wald platziert, kann sich auf ein saftiges Ordnungsgeld oder mehr gefasst machen.

So sehe ich die Dinge und bin wieder mal in meiner Meinung bestätigt: Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit (sagte seinerzeit Theodor Heuss, 1. Präs. der BRD)


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BeitragVerfasst: Sa 1. Okt 2011, 20:59 
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Geoguru
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Beiträge: 4965
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Migu1006 hat geschrieben:
Hi Argus, hallo Alle! ......So sehe ich die Dinge und bin wieder mal in meiner Meinung bestätigt: Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit (sagte seinerzeit Theodor Heuss, 1. Präs. der BRD)

Hallo auch an Dich.

Zugegebenerweise will ich weder Dir noch Hern Heuss eine eigene Meinung absprechen. Allerdings haben wir uns hier angewöhnt, Leuten, die einem anderen Hobby nachgehen, ähnlichen Respekt einzuräumen wie der, den WIR im Gegenzug auch einfordern. Deshalb taugen Rundumschläge und Feindbilder wenig bis garnichts.
In diesem Sinne bitte ich Dich, ein wenig sanfter im Ausdruck und in pauschalen Beurteilungen zu verfahren - die Tatsache, daß es bei jeder Fraktion Idioten und Vernünftige gibt, dürfte Dir auch nicht unbedingt fremd sein.

Im speziellen Fall und in der Frage der "Reihenhausjagdsitze" bin ich auch überfragt - da hoffe ich auf fachmännische Auskunft des einen oder anderen Jagdausübenden.

Gruß Zappo

der im Übrigen mit sauteurem Equipement im Wald irgendwelche Tupperdosen sucht, die er dann nichtmal mitnimmt - und ab und an in seiner restlichen Zeit freiwillig versucht, im Forum rumzumoderieren - Sicher auch eine Nebenform von menschlicher Geisteskrankheit. Hat - glaub ich - Herr Heuss allerdings relativ wenig dazu gesagt :D :D :D

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BeitragVerfasst: Sa 1. Okt 2011, 21:25 
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Geoguru
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Registriert: So 29. Jan 2006, 11:12
Beiträge: 4965
Wohnort: Schröck bei Karlsruhe
So mal aus Interesse Tante G. fragend auf folgende Seite gestoßen.

http://www.jagdaufseherverband-bw.de/si ... flicht.pdf

Zitat:

"Tierkörperbeseitigung
Ohne vom Autofahrer beauftragt worden zu sein, kann der Jagdaus-
übungsberechtigte ein auf der Fahrbahn liegen gebliebenes Stück Wild
i.R.d. § 677 BGB an den Fahrbahnrand ziehen. Im Geschäftsübernah-
mewillen liegt die Abgrenzung zu reinen Gefälligkeitshandlungen aus
freundschaftlichen oder gesellschaftlichen Motiven.
Die Beseitigung des Tierkadavers aus dem Bereich der Fahrbahn ist als
berechtigte vertragliche Übernahme einer fremden Geschäftsbesorgung
anzusehen, weil sie als Übernahme einer fremden Geschäftsbesorgung
im Interesse oder dem mutmaßlichen Willen des Autofahrers entspricht.
In diesem Falle könnte der Jäger wie ein Beauftragter Ersatz für seine
Aufwendungen verlangen.
Brächte der Jäger das dann neben der Fahrbahn liegende Wild in die
Tierkörperbeseitigungsanstalt, entspräche das Verbringen des Tierkör-
pers in die Anstalt hingegen nicht (mehr) dem Interesse oder dem Willen
des Autofahrers: Der Jäger hat den Transport als rechtswidrigen Eingriff
in die Belange des Autofahrers zu unterlassen, sonst wäre das als
Pflichtverstoß zu werten. " Zitatende, Quelle ebenda


Im Badischen sagt man ja: "Doo brauchsch nix mee" - wahlweise auch "die hen de Arsch offe".

bei dieser Gesetzes und Verordnungslage beneide ich weder Autofahrer, Jagdpächter noch Polizei.

Gruß Zappo

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BeitragVerfasst: Sa 1. Okt 2011, 21:54 
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Geomaster

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Migu1006 hat geschrieben:
(..) schubsen sie das Ding herum und der Jäger sieht "Aha, um 20.22 Uhr waren die Viecher hier!"(..)


wenn die schwarzröcke um diese zeit erschienen, gäbe es sie schon lange nicht mehr in
dem ausmaß in dem es sie bedauerlicherweise heute gibt. die damen und herren pflegen
erst viel später, weit nach mitternacht, zu materialisieren. ein zeitpunkt zu dem der jäger
schon entweder sanft entschlafen oder aber den folgen des alkoholgenusses erlegen ist.

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a real plank geocaching


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BeitragVerfasst: Sa 1. Okt 2011, 22:24 
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Geomaster
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Registriert: Mo 3. Okt 2005, 13:18
Beiträge: 634
Zu der Hochsitzdichte habe ich eine Vermutung:

Bei uns ist die Hochsitzdichte besonders hoch an den Stellen, wo die Grenzen der Jagdbezirke sind. Viele Jagdbezirke sind an private Jäger verpachtet, nach meiner Erfahrung sind an den Grenzen dieser Jagden besonders viele Hochsitze aufgestellt. Sinn und Zweck dieser Aktionen ist mir allerdings auch noch nicht verständlich.

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Grüße aus dem Osnabrücker Nordland
andy111


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Es ist mir egal, aber so will ich es doch nicht haben....


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BeitragVerfasst: So 2. Okt 2011, 03:49 
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Geocacher

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Hohe Jagdsitzdichte an Jagdreviergrenzen??? Hmmm, könnte da evtl. der Sinn und Zweck sein, Wild noch fix zu erwischen, bevor es ins Nachbarrevier abhaut?


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BeitragVerfasst: So 2. Okt 2011, 08:23 
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Geowizard
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Registriert: Do 15. Mai 2008, 12:33
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theplank hat geschrieben:
Migu1006 hat geschrieben:
(..) schubsen sie das Ding herum und der Jäger sieht "Aha, um 20.22 Uhr waren die Viecher hier!"(..)


wenn die schwarzröcke um diese zeit erschienen, gäbe es sie schon lange nicht mehr in
dem ausmaß in dem es sie bedauerlicherweise heute gibt. die damen und herren pflegen
erst viel später, weit nach mitternacht, zu materialisieren. ein zeitpunkt zu dem der jäger
schon entweder sanft entschlafen oder aber den folgen des alkoholgenusses erlegen ist.


Dies war sicherlich als Beispiel dienlich und nicht als tatsächliche Uhrzeit gemeint. Warum stürzen sich in dem Forum immer alle auf kleine Ausschnitte, wird der Gesamtkontext nicht mehr verstanden?


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BeitragVerfasst: So 2. Okt 2011, 10:44 
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Geocacher

Registriert: So 28. Mär 2010, 21:08
Beiträge: 65
theplank hat geschrieben:
Migu1006 hat geschrieben:
(..) schubsen sie das Ding herum und der Jäger sieht "Aha, um 20.22 Uhr waren die Viecher hier!"(..)

wenn die schwarzröcke um diese zeit erschienen, gäbe es sie schon lange nicht mehr in
dem ausmaß in dem es sie bedauerlicherweise heute gibt. die damen und herren pflegen
erst viel später, weit nach mitternacht, zu materialisieren. ein zeitpunkt zu dem der jäger
schon entweder sanft entschlafen oder aber den folgen des alkoholgenusses erlegen ist.


Diese Zeit habe ich gewählt, weil ich während des Schreibens meines Beitrages auf die Uhr gesehen habe. Sehr wohl könnten Wildschweine auch um die Zeit erscheinen, wenn es z.B. im Oktober/November bereits dunkel ist. Das war aber in der Tat auch nicht das Thema.


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BeitragVerfasst: So 2. Okt 2011, 14:39 
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Geocacher

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"An der Reviergrenze hat der Bock immer das richtige Alter" - also Abschuss, bevor es der Nachbar macht.
Die Kanzeln sind nicht so geräumig und bei größeren Flächen können mehrere Jäger gleichzeitig ansitzen, also braucht man auch mehrere Kanzeln. Es ist auch sinnvoll, mehrere Ansitzeinrichtungen um eine Fläche herum zu verteilen, um die Windrichtung beachten zu können. Möglicherweise ist auch eine Kanzel marode und es wird einfach eine neue daneben gebaut und die alte bleibt stehen, obwohl die eigentlich beseitigt werden müsste. Direkt an der Reviergrenze können sich Ansitzeinrichtungen auch ballen - eine für hüben, eine für drüben.
Zu den Rehkadavern: Wildtiere dürfen in der Natur verbleiben - im Gegensatz zu Haustieren, die man nicht im Wald entsorgen darf. Es gibt keinen Grund, die zu verbuddeln. Tiere können auch einfach so verenden und die vergräbt ja auch niemand. Normalerweise werden Luderplätze da angelegt, wo andere Leute nicht unbedingt darüber stolpern. Ein Jäger kann aber jeden Platz zum Luderplatz machen - wenn ein angefahrenes Reh zwei Meter neben der Straße verendet und der Jäger meint, dass da ein guter Luderplatz ist, dann bleibt das Reh da halt liegen.
Warum nun an dieser Stelle mehrere Rehkadaver lagen, lässt sich nicht mit Sicherheit beantworten. Vielleicht wurden die Tiere angefahren oder sind aus einem anderen Grund verendet. Vielleicht wurden sie schlecht geschossen - wenn man den Pansen trifft, gibt das eine ziemliche Sauerei. Oder dem Jäger waren die Tiere zu klein und er hatte keine Lust, sie zu verwerten - sowas finde ich eine Sauerei, so geht man mit Lebensmitteln nicht um. Aber wir werden nie erfahren, was da los war.


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