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 Betreff des Beitrags: Re: Nachlogs
BeitragVerfasst: Do 16. Feb 2012, 09:07 
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Geowizard
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quercus hat geschrieben:
Die deutschen sind die einzigen in Europa, die noch an diesem relikt festhalten.


Wo hast Du denn diesen Blödsinn her? Neben dem Deutschen kennt zumindest noch das Englische (zumindest das Britische Englisch), das Dänische, das Norwegische und das Luxemburgische eine Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Nachlogs
BeitragVerfasst: Do 16. Feb 2012, 09:38 
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Geowizard
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Falls es jemanden interessiert: Ich bin eben auf eine sehr interessante Publikation der Universität Köln gestossen, die sich auf eine Studie zum Thema bezieht:

"Beim Streit um Sinn und Unsinn der satzinternen Großschreibung (Beispiele besonders heftiger Pros und Kontras bietet das Sammelbändchen von Digeser 1974) ist eine interessante Asymmetrie zu beobachten: Ihre Gegner weisen auf die echtschreibprobleme für den Schreiber hin, ihre Befürworter auf den Nutzen für den Leser. Das Lese-Argument lautet, dass durch bessere Gliederung des Textes eine schnellere Sinnentnahme möglich sei. Da der Mensch erheblich mehr liest als er schreibt, biete es sich an, eher diese überwiegende Tätigkeit, das Lesen, zu erleichtern. Das Gegenargument lautet, dass man ohne satzinterne Großschreibung viel kostbare Unterrichtszeit anderen wichtigen Dingen widmen könnte. Es ist deshalb wichtig zu klären, ob die Großschreibung den Lesevorgang tatsächlich erleichtert. Es könnte ja auch sein, dass es nur die Macht der Gewohnheit ist, die uns zu dieser Annahme gelangen lässt. Im Hinblick auf diese Fragestellung erlangen einige experimentelle Studien besondere Bedeutung, die eben dieses zu überprüfen versuchten, vgl. u.a. Bock, Hagenschneider & Schweer (1989) sowie Gfroerer, Günther & Bock (1989). Um den Faktor der „Gewohnheit“ auszuschließen, waren die wichtigsten Versuchspersonen nicht Deutsche, sondern deutschkundige Niederländer, die zwar aufgrund ihrer Sprachkenntnisse auch die deutsche Schreibung kennen, aber Lesen im Niederländischen gelernt haben; hier werden nur Satzanfänge und Eigennamen großgeschrieben. Die Untersuchungen brachten überraschende Ergebnisse: Auch für die niederländischen Versuchspersonen stellten die Regeln der deutschen Großschreibung eine Hilfestellung dar, die den Leseprozess beschleunigten. Sie konnten Texte in ihrer eigenen Muttersprache (!) mit den fremden satzinternen Großbuchstaben ohne Verständnisprobleme schneller lesen als solche mit der ihnen vertrauten gemäßigten Kleinschreibung. Detailanalysen der Augenbewegungsmuster ließen den Schluss zu, dass in der Tat der Orientierungscharakter der Großbuchstaben dafür verantwortlich war (Gfroerer et al. 1989)." - Zitat aus http://www.koebes.uni-koeln.de/guenther_nuenke.pdf

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 Betreff des Beitrags: Re: Nachlogs
BeitragVerfasst: Do 16. Feb 2012, 13:02 
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Geocacher
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Ich wusste gar nicht, dass eine einfache Frage so große Wellen schlägt und zum Schluss nur noch die Rechtschreibung ein Thema ist.

Warum kann man nicht einfache eine Antwort bekommen? :???: :???:

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Haltet stehts die Ruhe heilig, denn nur Verückte haben`s eilig

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 Betreff des Beitrags: Re: Nachlogs
BeitragVerfasst: Do 16. Feb 2012, 13:34 
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Geowizard
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Die Antwort hast Du doch schon bekommen. Der Rest sind ganz normale Entwicklungen einer Diskussion zwischen Menschen. Im realen Raum diskutiert man ja auch nicht immer nur ein Thema, sondern neue Themen ergeben sich aus der Diskussion heraus.

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 Betreff des Beitrags: Re: Nachlogs
BeitragVerfasst: Do 16. Feb 2012, 14:04 
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Geowizard
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Nachtfalke hat geschrieben:
Die Untersuchungen brachten überraschende Ergebnisse: Auch für die niederländischen Versuchspersonen stellten die Regeln der deutschen Großschreibung eine Hilfestellung dar, die den Leseprozess beschleunigten. Sie konnten Texte in ihrer eigenen Muttersprache (!) mit den fremden satzinternen Großbuchstaben ohne Verständnisprobleme schneller lesen als solche mit der ihnen vertrauten gemäßigten Kleinschreibung.

Das ist jetzt in der Tat erstaunlich, ich hätte erwartet, dass es in anderen Sprachen nichts hilft, Substantive mit Großbuchstaben zu schreiben. Damit ist ja eins der Hauptargumente der Alles-Klein-Schreiber entkräftet.

Und das Ganze jetzt nochmal in der bevorzugten Schreibweise der nachlässigen, faulen Säcke: :D

fauler sack würde schreiben: hat geschrieben:
Nachtfalke hat geschrieben:
die untersuchungen brachten überraschende ergebnisse auch für die niederländischen versuchspersonen stellten die regeln der deutschen großschreibung eine hilfestellung dar die den leseprozess beschleunigten sie konnten texte in ihrer eigenen muttersprache mit den fremden satzinternen großbuchstaben ohne verständnisprobleme schneller lesen als solche mit der ihnen vertrauten gemäßigten kleinschreibung

das ist jetzt in der tat erstaunlich ich hätte erwartet dass es in anderen sprachen nichts hilft substantive mit großbuchstaben zu schreiben damit ist ja eins der hauptargumente der alleskleinschreiber entkräftet

Wirklich so einfach zu lesen? Ich denke nicht!

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Feierabend- und Urlaubscacher, DNF-Logger und Runterzieher


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachlogs
BeitragVerfasst: Do 16. Feb 2012, 14:11 
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Geowizard
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Kansu_Makugen hat geschrieben:
quercus hat geschrieben:
Das sozialste, wirtschaftlich sinnvollste und in meinen augen überfällige lösung wäre die einführung der allgemeinen kleinschreibung. Die deutschen sind die einzigen in Europa, die noch an diesem relikt festhalten.

Ob das gut geht? Nehmen wir mal als Beispiel "der gefangene floh". Ohne Groß- und Kleinschreibung weißt du nicht, was gemeint ist. :)

Noch schrecklicher ist ja der Verzicht auf Satzzeichen: "komm wir essen opa" -> Satzzeichen können Leben retten!

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Feierabend- und Urlaubscacher, DNF-Logger und Runterzieher


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachlogs
BeitragVerfasst: Do 16. Feb 2012, 15:20 
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Geocacher
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an alle die OOT über meine posts lästern.....
lasst es doch sein, tut nichts zur sache, bzw. hat nichts mit dem eigentlichen thema zu tun, oder?

ich bin bei gott nicht die einzigste, die klein schreibt.
zudem ich immernoch auf komma und punktsetzung achte (meistens zumindest, um z.b. missverständnisse zu vermeiden).
und rechtschreibefehler, bitte, sucht mir einen raus ich verbessere euch auch fein alles.
was macht ihr übrigens mit jmd. der legastheniker ist?
ihr würdet ihn noch in der luft zerreissen, nicht wahr?
ist mir schon klar..

davon mal abgesehen sollte das thema hier geschlossen werden, denn ausser diverse aussagen, die nichts mit dem eigentlichen thema mehr zu tun haben, wird hier eh nichtsmehr geschrieben.

übrigens....... ich sitze seit 10 jahren an einer tastatur, früher schreibmaschine, dann computer, jetzt laptop, ich weiß wie man mit 10 fingern schreibt, und doch fällt es mir in solchen hinsichten leichter, und es geht schneller, wenn ich ohne groß und kleinschreibung hier was posten kann, ist ja nicht so, dass es eine andere sprache wäre (oder diverse leute kriegen es einfach nicht gebacken).

soviel von mir.
ich finde es echt arm, dass man als ach so erfahrener cacher auf jmd rumhacken muss, der eine andere meinung hat als man selbst.
zudem ich übrigens offiziell seit einem jahr und 8 monaten cache, nicht seit einem halben jahr...



byebye

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papaaaaaaaaaaaauf und das wars ;D


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachlogs
BeitragVerfasst: Do 16. Feb 2012, 15:23 
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Geoguru
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BriToGi hat geschrieben:
Zappo hat geschrieben:
Auch bei uns sind im Übrigen Bestrebungen im Gange, achzig und sechs zu sagen statt sechsundachtzig - anscheinend auch logischer und wirtscahftlicher :???:

Nicht Dein Ernst?!

Doch, guggst Du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zwanzigeins
und auch zum Thema:
http://www.philognosie.net/index.php/ar ... eview/675/

Die Welt ist bunter, als man denkt - und da draussen tummeln sich -außer Cachern- auch noch ganz andere spezielle Leute.
Der Unterschied zu heute ist (leider?), daß die früher nichts voneinander wussten und dachten, sie spinnen alleine :D :D :D

Gruß Zappo

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"Wer schneller lebt, ist früher fertig"


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachlogs
BeitragVerfasst: Do 16. Feb 2012, 15:50 
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Geowizard
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Wohnort: Beeskow
Ich hatte mal eine Freundin, die studierte Ende der 90er Lehramt. Zu dem Zeitpunkt war gerade die Rechtschreibreform großes Thema, da diesbezüglich Entscheidungen gefällt werden mussten. Das Thema wurde auch im Studium ausgiebig besprochen und beraten. Sie hat mir dann mal genau erklärt, wie die eigentliche Idee hinter dem Ganzen aussah, dass die Reform schon ca. 50 Jahre alt war und was die Grundpfeiler waren. Ja, sie WAREN es, denn dann kam die Presse, die Politik und der konservative Bürger und haben die Reform solange schlecht geredet, bis nur noch ein kleiner kümmerlicher Rest übrig geblieben ist. Das Resultat kennen wir ja alle, eine typische Reform, die keine ist.

Die Idee war, Deutsch logischer und einfacher zu gestalten. Es ging darum Deutsch "herleitbar" zu machen. Beispiel: Stengel aber Stange, heute Stängel kommt von Stange
Eigentlich sollte diesbezüglich alles auf den Prüfstand.
Es sollte den Kindern und den Ausländern ermöglicht werden, Deutsch leichter zu lernen und einfacher eine korrekte Rechtschreibung zu ermöglichen. Das hatte unter anderem knallharte wirtschaftliche Hintergründe. Der Osten war im Aufbruch und traditionell sprach man dort oft Deutsch statt Englisch. Englisch als Weltsprache gilt als unreformierbar, Deutsch dagegen hatte die Chance ganz groß raus zu kommen. Allerdings gilt Deutsch als sehr schwere Sprache. Groß- und Kleinschreibung, unlogische Artikel und Zeitformen, viele Komma-Regeln usw. senken die Attraktivität bei ausländischen Schülern und machen es den deutschen Migranten schwer.

Unter anderem wurde untersucht, wie viele Komma-Regeln für das Lesen wirklich notwendig sind. Am Ende hätten ganze drei Fälle, bei denen ein Komma gesetzt werden muss überlebt.

Ach ja, und natürlich ist unsere Zählweise auch nicht logisch. Frage doch mal eine Grundschullehrerin, wie viele Kinder Zahlen auf Grund dieser komischen Sprachweise falsch schreiben. Wozu alle quälen, wenn es keinen logischen Grund außer der Tradition gibt.

Die Chance war da, es wäre mutig gewesen und modern. Viele hätten sich umstellen müssen und der Leidendsdruck wäre sicher hoch gewesen. Aber in meinen Augen wäre es das Wert gewesen. Und weder Deutschland, noch seine Sprache noch die Dichter und Denker wären unter gegangen.
Die Chance wurde nicht genutzt. Die konservativen Eliten konnten sich zu diesem sozialen Schritt nicht durchringen, die "Schönheit" der deutschen Sprache war in Gefahr. Glaubte man zumindest und am Ende entschieden Rentner und Erwachsene, das sie keinen Bock drauf haben, was neues lernen zu müssen und haben unseren Kindern und denen, die Deutsch lernen wollen die Reform versaut. Manche Dinge lassen sich wohl in einer Demokratie nicht durchsetzten.

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:langenase2: . :stumm: . :langenase:


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachlogs
BeitragVerfasst: Do 16. Feb 2012, 16:25 
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Geoguru
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Registriert: So 29. Jan 2006, 11:12
Beiträge: 4848
Wohnort: Schröck bei Karlsruhe
quercus hat geschrieben:
....Die Idee war, Deutsch logischer und einfacher zu gestalten. Es ging darum Deutsch "herleitbar" zu machen. Beispiel: Stengel aber Stange, heute Stängel kommt von Stange....
Das ist aber meines bescheidenene Erachtens ein Irrtum, daß es leichter wäre, zu lernen, daß Stengel von Stange kommt, als einfach blind und blöd sich anzueignen, wie man Stengel schreibt. Sprache ist keine Mathematik und Sprachwissenschaft in erster Linie eine dienende, katalogisierende Wissenschaft. Erst kommt das gesprochene Wort, dann ganz lang nix :D - und dann jemand, der dem Satzbau Namen gibt, die bestehenden Regeln zusammenfaßt und anderes - aber eher als Beobachter, nicht als Gestalter.

Und wenn in dem Beispiel noch die Schrift vorgibt, wie man SPRECHEN soll, hat sich da was umgedreht - zu Unrecht. Stengel spricht man mit "e" - mit engem e - wie eng (ein Stengel ist ja im übrigen auch eng, könnte man auch als Ver"eng"ung der Pflanze bezeichnen) - und wie die "Gemse". Gleicher Fall : Das Vieh heißt GEmse, nicht GÄmse. Bei mir zumindest.

Nöh, ich find das alles schon o.k. - außer manches an der Rechtschreibreform und den tatsächlich etwas zuvielen Kommata - aber da hat entrümpeln ja auch was mit Schrift zu tun, und nicht mit Sprachregeln. Das ist legitim.

Gruß Zappo

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