|
Ich bin kein Maßstab, denn ich habe fast alle auf dem Markt kaufbaren Geräte schon mal für jeweils ein paar Monate ausprobiert. Das ist ja auch der Hintergrund, warum ich hier mit vielen Buchstaben die Dinger vergleichen kann.
Ich kann aber auch mit gutem Gewissen sagen, das man mit den meisten Geräten gut zurecht kommen kann. Wenn eines mal nicht so gut gefällt, dann lag das meist an unfertigen Entwicklungen bei der Software der Geräte. Aus dieser Erfahrung heraus würde ich zu keinem einzigen GPS-Handgerät eine Empfehlung aussprechen, das nicht mindestens seit 6 Monaten im Handel ist.
Ich selbst nutze zur Zeit einen Magellan eXplorist 610. Gefällt mir gut, ist aber gerade im Vergleich mit ähnlich ausgestatteten Modellen anderer Marken ist bei Magellan der Ladenpreis viel zu hoch. Wer das Modell gebraucht kauft, kann aber ein Schnäppchen machen. Den eXplorist 610 und die Schwestermodelle mit Touchscreen hat Magellan seit Herbst 2010 im Angebot. Mit der aktuellen Software 6.3 laufen die Geräte richtig toll, stabil und ein Problem mit dem Kompass wurde endlich behoben. Die Software 6.3 erschien allerdings erst im Januar 2012. Also musste man darauf fast anderthalb Jahre warten. Garmins neue Modelle sollte man in den ersten Monaten auch besser meiden, da läuft auch nicht alles rund und den Vogel hat bislang Lowrance mit dem Endura abgeschossen. Seit Software 1.5 sind die empfehlenswert und die Version erschien erst glatt 2 Jahre nach dem Erstverkauf der Endura-Modelle in den USA. (Erschienen Sommer 2009 in USA - "gute" Software 1.5 erschien Sommer 2011)
Würde ich heute ein Gerät wählen wollen, würde ich zum Cachen ein Garmin Dakota 20 nehmen. Es ist ausgereift, preiswert, leicht bedienbar und klein genug um es immer dabei haben zu können. Eigentlich ist der für Fahrrad prima und gut in der Sonne ablesbar, aber wenn man zwischen Gebäuden oder an langen Baumreihen entlang radelt, wechseln sich Sonne und Schatten in schneller Folge ab. In so einer Situation brauch man die Hintergrundbeleuchtung auch am hellichten Tag und genau dann versagt sie, denn die Beleuchtung beim Dakota ist vergleichsweise schwach. Für Abends und Nachts genügt sie, aber bei Lichtwechsel reicht sie nicht aus. Der Grund warum ich den Dakota nur kurz am Rad nutzte. Ein sonniger Tag im Wald und man sieht zu wenig.
Am Rad würde ich eher den GPSmap 62s oder den eTrex 30 bevorzugen, weil deren Display noch knackiger ablesbar sind, als das des Dakota. Deren Licht ist auch viel stärker, wenn man es denn brauch. Der GPSmap 62s wäre mir aber auf Dauer zu klobig, um ihn immer mit dabei zu haben, wenn ich nicht mit dem Rad unterwegs wäre. Ich hatte ein Jahr lang den GPSmap 78s, den Bruder des 62s und der war mir dann auch zu gross geworden. Den eTrex 30 hatte ich auch schon. Der hat mir am Rad gut gefallen, bei Cachen war er mir zu langsam (weil ich es schneller kenne) und ich wollte auch wieder ein System für eigene Rasterkarten (Spieltrieb).
Wenn Du experimentierfreudig bist, würde ich den Falk Lux 30 ins Spiel bringen. (aber brandneu, siehe oben) Der kostet zwar mit 379 Euro mehr als die ursprünglich gefragten Systeme, aber Fahrradhalterung (robust) und routingfähige Deutschlandkarte sind gleich mit dabei. Das ist dann doch recht günstig.
Der Sportiva wäre am Rad nicht meine erste Wahl und bei Cachen auch nicht, aber wenn es öfter auf Auslandsreise ginge, würde ich klar zu diesem Modell greifen. Dann ist ein Falk auch leider die schlechteste Wahl , weil Falk nur für wenige Länder Karten anbietet. Ich habe mich jetzt für ein Magellan entschieden, weil man hierfür ebenfalls recht einfach eigene Rasterkarten anfertigen kann. Nächstes Jahr plane ich eine Weltreise (Schiff) für die ich das gut brauchen kann. Aber das Magellan ist teurer und ich hab es nur weil ich es günstiger bekam. Mein 610 hat mich rund 200 Euro gebraucht gekostet. Neu liegt er bei satten 420 Euro mit einer nur mittelmäßigen Karte Europas.
------------- Naja, kurz und knapp:
Einfaches Gerät für Alles = ein Garmin Preiswertes Garmin das sich am Rad gut macht = eTrex 30 Bessere Wahl aber nicht so Hosentaschenfreundlich = GPSmap 62s Mal kein Garmin = Falk Lux 30
Was spricht gegen die Anderen, in Kürze: Dakota 20 = schwache Hintergrundbeleuchtung, Geocaching gut, Fahrrad mittelmäßig Magellan eXplorist 610 = Neupreis viel zu hoch, allerdings auch satte Funktionsvielfalt TwoNav Sportiva = Funktionstausendsassa für Leute mit viel Zeit für den Einstieg ins Thema
--------------------- Das "perfekte" Gerät gibt es nicht. Das ist bei der Beratung einerseits schwierig (deshalb wirds bei mir immer ziemlich lang), denn es gibt bei Allen ein Pro und ein Contra. Anderseits gibt es aber auch kaum echte Fehlkäufe. Alles taugt fürs Rad und zum Geocachen.
Was man allerdings sicher sagen kann, ist der Marktanteil. 80% kaufen ein Garmin. Hauptsächlich weil sie nichts anders kennen oder weil ihr örtlicher Händler nichts Anderes anbietet, aber oft auch, weil der Freund, Arbeitskollege oder Nachbar auch ein Garmin hat. Und diese 80% der Leute die für irgendeine Freizeitaktivität ein Modell von Garmin nutzen, sind genau so zufrieden wie die Meisten derjenigen die eine andere Marke gewählt haben.
Was Du dir kaufst, kann also auch eine Aussage über deine eigene Individualität sein. Eins das Alle haben, oder was Anderes. Ein Falsch gibt es dabei nicht (mehr).
_________________ Viele Grüße Christoph
Dank GPS weisst Du immer genau wo Du bist ... und wo Du eigentlich hin wolltest.
|